| "Henrik Freischlader Band" |
First Class Blues im K.i.S.H. Mit jeder Menge Vorschusslorbeeren bedacht, tourt Henrik Freischlader zur Zeit mit seinem Trio durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und machte am letzten Samstag, 12. April 2008, auch Station im K.i.S.H. in Postbauer Heng. Als wir, wie immer etwas zu spät, im K.i.S.H. eintrafen, war das Konzert schon im vollen Gange. Im gut gefüllten Saal überraschte sofort der trockene und differenzierte Sound, ein guter Anfang. Die Band ging gleich voll zur Sache, mit enorm viel Druck und Präzision wurden sowohl Hendrix Klassiker wie Foxy Lady und Voodoo Chile als auch jede Menge Eigenkompositionen geboten. Waren die Hendrixnummern mehr ein eindeutiges Indiz für die musikalische Herkunft Henrik Freischladers, zeigte er in den Eigenkompositionen, dass er durchaus in der Lage ist, das Erbe des singulären Gitarristen auf seine Art weiterzuführen. Henrik ist da eindeutig ein kompletter Gitarrist, verwebte schwebende Akkorde mit schnellen Singlenote-Läufen, und lotete, zusammen mit Bassist Olli Schmellenkamp, auch recht abgefahrene Soundgefilde aus. Dort wirkte der sonst kraftvolle Schlagzeuger Dirk Sengotta oft wie jemand, der einen Witz nicht verstanden hat, während die anderen zwei sich totlachen. Henrik wusste aber durchaus um die Stärken seines Schlagzeugers, vermied weitgehende ternäre Rhythmen wie in "Let the good times roll", die Dirk Sengotta nicht so liegen, und schaffte ihm in Voodoo Chile genug Freiraum um ihn dort glänzen zu lassen. Freischlader ist aber nicht nur ein ausgezeichneter Gitarrist, sonder überzeugte auch als Sänger, seine sehr gute Stimme hebt ihn aus der Menge der singenden Gitarristen heraus, solche Stärken kennt man sonst nur von wenigen. Eine humorige und sympathische Conference tat ihr übriges, die Stimmung war ausgezeichnet, und das Bluesrock begeisterte Publikum reagierte mit jeder Menge Applaus. Ob die Henrik Freischlader Band international erfolgreich sein werden, wird sich noch zeigen, sie sind jedenfalls auf einem guten Weg und haben sicher das Potential, für meinen Geschmack würde ein sensiblerer Schlagzeuger die Band noch mehr aus der Masse heben. Im deutschen Vergleich jedenfalls dürften sie konkurrenzlos dastehen, das gilt für ihre überragende Spieltechnik ebenso wie für ihr über weite Strecken traumwandlerisches Zusammenspiel und nicht zu vergessen, ihre Eigenkompositionen, die durchaus international bestehen können. Das nächste Konzert werde ich mit Sicherheit nicht versäumen, und dann von Anfang an dabei sein… Jürgen Schottenhamml |